MICHAEL WEISS

Maler

Bildhauer

Galerie der Malerei

Berliner Maler Michael Weiss


Die Bilder des Berliner Malers Michael Weiss entstehen scheinbar abstrakt, sehen aus als wenn sie spontan entstehen, kurz hingeworfen, mit ein paar Pinselzügen, schnell aus der Erinnerung.


Wer den Berliner Maler kennt, weiß, dass dahinter ein langer Prozeß steht. Schon die Auswahl des Motivs ist wohl überlegt, oft grübelt der Künstler lange, bis er endlich mit wenigen Strichen die Skizze als Entwurf auf die Leinwand oder Platte zeichnet, mit groben Pinselstrichen Farbe aufträgt und das Bild bearbeitet. Bearbeitet im wahrsten Sinn des Wortes. Die Auswahl der Farben überdenkt der Maler genau, die Pasten mischt er, bis genau der Farbton herauskommt, der für die Stimmung des Bildes in diesem Moment richtig ist.


Dann rakelt der Berliner Maler die pastosen Farben mit Spachtel, fährt mit den Fingern durch das Bild, zieht neue Konturen, die wieder, nach längerer Betrachtung, gespachtelt, gerakelt, überpinselt werden. Konturen verschwinden, Flächen werden aufgelöst, Farben verbinden sich mit den Nachbarn, Farben früherer Farbflächen kommen zum Vorschein, ständig entsteht ein neues Bild.


Ist Michael Weiss ein serieller Maler? Er malt in Serien, aber er ist nicht seriell. Er malt so lange bis eine Idee erschöpft ist, bis alles aus seinem Kopf heraus ist, bis alles gesagt, gemalt ist. Doch steht jedes Bild für sich, kann isoliert von den anderen stehen, hat manchmal eine Verwandschaft zu einem weiteren Bild, bleibt aber immer Persönlichkeit.


Die Zeit spielt keine Rolle. Ob in wenigen Tagen oder über mehrere Wochen, das Bild muß am Ende stimmig sein. Die Farben, die Pinsel- und Rakelspuren, alles bezieht sich aufeinander und ergibt eine bestimmte Stimmung, eine Assoziation an eine Landschaft, einen Baum, weil der Betrachter in diesem Bild etwas sucht, was der Arbeitsprozess und die Farben in unseren Köpfen hervorbringen können.


Der Berliner Maler Michael Weiss bildet nicht ab. Auf wenigen Arbeiten lassen sich schnell Bäume, Berge, Felder, Nebel erkennen. Meist sehen wir zuerst nur Farben und Striche, die unsere Fantasie zu Bäume, Berge, Felder, Strand werden lässt. Weil uns die Farben dazu einladen, weil das Gelb wie blühender Raps aussieht, weil das Grau, das den Großteil des Bildes überzieht, wie dicker Nebel wirkt, weil die Farbschichten uns an eine Hügelkette oder einen Waldstreifen erinnern.


Auf der Leinwand, Sperrholzplatte oder Malpappe ist eine Ansammlung von Farbflecken, die sich aufeinander beziehen, das Bild aber entsteht erst in unserem Kopf, wenn wir uns zu einem visuellen Spaziergang eingelassen haben, wenn wir uns die Zeit genommen haben darin die Augen wandern zu lassen.


Der Berliner Maler Michael Weiss arbeitet auf großen, mittleren und kleinen Formaten. Die Bilder sind aber immer groß. Ganz kleine Bilder wirken genauso als wenn sie groß wären, Sie können nebeneinander bestehen.


Text:  Arnold Müller, Berlin 2012

 

Galerie einer Auswahl der Malerei vom Berliner Künstler

Atelierbesuch beim Berliner Maler in Kreuzberg